Samstag, 2. Juni 2012

Bericht zum Länderspiel Deutschland - Israel


Dank der überaus freundlichen Unterstützung von "Fizzy Bubblech™" war es einer Delegation von "You`ll Netzer Walk Alone" möglich, das A-Länderspiel Deutschland gegen Israel im wunderschönen Leipzig zu besuchen. Neben einem Dank an unseren Sponsor "Fizzy Bubblech™" soll es an dieser Stelle auch einen kurzen Bericht zum letzen Vorbereitungsspiel vort der EM 2012 in Polen und der Ukraine geben.



Wie der geneigte Leser unserer Aus- und Abschweifungen vielleicht bereits mitbekommen hat, ist das Autorenteam im Allgemeinen doch als "der deutschen Nationalmannschaft eher freundlich gesinnt" zu bezeichen. Insofern stellt ein Länderspiel gegen die israelische Nationalmannschaft eine überaus interessante Problemstellung dar, da der jüdische Staat Israel und damit auch dessen Vertreter auf dem Fußballplatze, sich natürlich unserer vollsten und uneingeschränkten Unterstützung gewiss sein dürfen.

Aufgrund des mitunter zu erwartenden Publikums (in Leipziger Fußballstadien wird auch gerne mal ein menschliches Hakenkreuz auf den Rängen formiert, antisemitische Kommentare sind nicht unüblich) war somit klar, dass trotz der Wertschätzung für den Fußball der deutschen Nationalmannschaft, unserer voller Enthusiasmus den Gästen aus Israel galt!
Um diese Unterstützung nach außen zu tragen, war es der Delegation eine Freude, uns mit den entsprechenden Landesfahnen zu behängen und damit in Opposition zur großen Masse der Stadionbesucher zu treten.

Erwartungsgemäß brachte dies eine Reihe von irritierten bis abfälligen Blicken sowie Kommentaren mit sich, meist von stärker alkoholisierten Fans in deutscher Tracht.

Hier zeigt sich, welch großes Problem damit verbunden ist, sich ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft live im Stadion anzuschauen.

Obwohl ich aus persönlich/politischen Gründen niemals eine schwarz-rot-goldene Flagge in die Hand nehmen würde, habe ich an sich kein Problem damit, auf die Nationalmannschaft zu halten. Wenn man dem Fußball verbunden, den Gedanken, dass es Nationen mit eigenen Teams gibt nicht vollends ablehnt, finde ich es durchaus legitim, auch die deutsche Mannschaft zu unterstützen. Das Team steht in seiner multikulturellen Zusammensetzung durchaus für Werte, die an sich begrüßenswert sind. So singt manchmal der halbe Kader die Nationalhymne nicht mit, weil er seine Herkunft nicht verleugnen möchte. Zudem ist das fußballerische Niveau, welches über die Jahrzehnte immer wieder erreicht wurde, sehr sehenswert.

Geht man nun aber ins Stadion (oder noch schlimmer: zum Public Viewing), so wird man mit all den unschönen Seiten konfrontiert, für welche diese Mannschaft unfreiwilligerweise auch eine Projektionsfläche bietet. Da sind dann die betrunkenen Fußballprolls, welche im besten Fall nur all zu laut und falsch intoniert die Hymne singen, gerne auch mal mit mehr Strophen als notwendig.

Mitunter geben diese aber auch Äußerungen von sich, welche rassistisch, antisemitisch, chauvinistisch oder homophob konnotiert sind.

Hat man dies einmal miterlebt, fällt es doch recht schwer, sich als Fan zu sehen, wie diese Leute es auch tun. Andererseits haben es diese Menschen auch nicht verdient, der Grund zu sein, weshalb man nun nur noch für den Fußball der Faröer-Inseln brennt.

So hat man als politisch gebildeter Fan nicht allzuviele Möglichkeiten, sich die Nationalmannschaft zu erhalten. Das beste ist wohl, sich die Spiele nur im Freundeskreis im Fernsehen anzuschauen, frei von Flaggen und ohne Ton beim Erklingen der deutschen Nationalhymne.

Und sollte man dann doch mal ins Stadion gehen, kann man nur Israel unterstützen, wenn einem der deutsche Fußball am Herzen liegt!





Israel hat übrigens trotz eines aufopferungsvollen Spieles 2:0 verloren. Darauf eine Flasche wohlschmeckende "Fizzy Bubblech™"...






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