... in der Tippspielcommunity. Nachdem wir nach höchst wissenschaftlichen Standards eure Meinung zum Thema "Lieblingsmenschenrecht" eingeholt haben, folgt nun an dieser Stelle die Auswertung. Bei Antworten, die sich nicht direkt in der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" wiederfinden, haben wir eine entsprechende Zuordnung getroffen und gleichzeitig einen Antrag auf Aufnahme in die Erklärung gestellt. Hier nun also das Ranking:
1. Platz (3 Punkte): § 24, "Recht auf Erholung und Freizeit" (inkl. freies Angeln)
2. Platz (2 Punkte): § 17, "Recht auf Eigentum" (inkl. Besitz von Katzen; Recht auf "In-Game-Käufe")
2. Platz (2 Punkte): § 19, "Meinungs- und Informationsfreiheit"
4. Platz (1 Punkt): § 13, "Freizügigkeit und Auswanderungsfreiheit"
4. Platz (1 Punkt): § 16, "Eheschließung, Familie" (inkl. Recht auf Polyamorie)
4. Platz (1 Punkt): § 22, "Recht auf soziale Sicherheit" (inkl. Recht auf Abtreibung)
4. Platz (1 Punkt): § 25, "Recht auf Wohlfahrt" (inkl. Rentenrecht)
Für alle, deren Lieblingsmenschenrecht es diesmal nicht in die Top-3 geschafft hat, nicht traurig sein, spätestens zur FIFA-WM in China gibt es eine neue Chance!
Es gilt nach dieser WM einfach festzuhalten, dass es die letzte Möglichkeit war, all die negativen Entwicklungen im Weltfußball aufzuhalten, oder zumindest abzuschwächen und dass alle jene, die darauf gehofft haben, sich nun als hoffnungslos naiv bezeichnen dürfen.
Die Vergabe nach Katar vor 13 Jahren und die vielfältigen Skandale, die darauf folgten, lieferten alle Gründe und Möglichkeiten, die es gebrauchte hätte, um diese absurde Entscheidung rückgängig zu machen, doch dies wurde nie ernsthaft in Erwägung gezogen. Es gab zu jeder Zeit den absoluten Willen, dieses Turnier durchzuziehen. Von daher handelt es sich hier nicht um eine einmalige Ausnahme, sondern um den Startpunkt eines neuen Fußballzeitalters, dessen Vorboten in den letzten Jahren schon schwer zu übersehen waren.
Es geht nicht mehr um den Fußball als Sportart mit Tradition und Werten, sondern um Märkte auf denen sich mit Fußball maximal viel Geld verdienen lässt. Dafür sind die Verantwortlichen bereit, jeglichen Kompromiss einzugehen, solange am Ende ein größerer finanzieller Gewinn steht. Der Sport ist hier nur noch ein Produkt, das beliebig angepasst werden kann und nach rein ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet wird. Und wenn mensch dieser Logik folgt, dann war das Turnier dieses Jahr ein voller Erfolg.
Ein riesiges neues Publikum wurde für den Sport begeistert; durch die autokratische Herrschaftsform war die Organisation hervorragend; die FIFA hat verdammt viel Geld verdient und nur ein verschwindend kleiner Teil der Weltbevölkerung hatte überhaupt ein Problem mit alledem. Diese Realität gilt es dann auch irgendwann anzuerkennen, die überwiegende Mehrheit der globalen Fußballfans möchte einfach nur gut unterhalten werden. Dass die Menschenrechte überhaupt so mit dem Spiel verbunden wurden, war am Ende auch nur der Wichtigkeit des europäischen Marktes geschuldet und dieser wird nun zunehmend unbedeutender.
– Als kleiner Einschub sei hier gestattet darauf hinzuweisen, dass diese Entwicklung auch in Europa letztendlich ökonomischen Interessen geschuldet war, da durch die ausufernde Hooligan-Gewalt in und um die Stadien eine stetige Entfremdung des breiten Publikums vom Profifußball stattfand. –
Damit kann das Thema Menschenrechte, welches den meisten FIFA-Funktionär*innen eh nie wirklich am Herzen lag, getrost über Bord geworfen werden. Wenn ein Großteil der Fußballschauenden in Ländern lebt, die verschieden große Defizite bei der Umsetzung dieser Rechte haben, warum sollten sie dann bei der FIFA eine andere Realität erwarten? Wenn Korruption in einer Vielzahl von Länderverbänden ein Problem, oder je nach Blickwinkel auch keines ist, warum sollte es in der FIFA, die sich aus diesen Verbänden zusammensetzt, anders sein?
Es wird nicht besser, es wird immer schlimmer werden! Saudi-Arabien bewirbt sich für die WM 2030 und das einzige Argument, welches jetzt noch ernsthaft dagegen spricht, ist … keines, was für die FIFA eine Bedeutung hätte. So nötigt diese WM 2022 jedem von uns letztendlich eine einfache Entscheidung ab. Auf der einen Seite können wir unsere moralischen Ansprüche bei Seite legen und den kommerziellen Fußball einzig nach seinem Unterhaltungswert beurteilen. Die andere Möglichkeit ist es, an eben diesen Ansprüchen festzuhalten und damit auf die Schönheit dieses Sportes auf höchstem Niveau zu verzichten. Jeder andere Weg wäre letztendlich Selbstbetrug und führt dann zu solch würdelosen Verrenkungen, wie sie der DFB kürzlich aufgeführt hat 🌈
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